- login shells (-l or argv[0] starting with -) read /etc/gosh/profile and ~/.gosh_profile, interactive shells /etc/gosh/goshrc and ~/.goshrc; --noprofile and --norc skip them - source file / . file runs a file in the current shell, nesting is limited to stop files that source themselves - errors in startup files and scripts are reported with file and line - ~ and the startup files use $HOME (like sh), the user database is only the fallback Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 <noreply@anthropic.com>
gosh eine einfache Shell, geschrieben in golang.
gosh - Go Shell
Version: 0.2.1 (branch: main, commit: 03e791c)
Built-in commands:
cd [dir] - Change directory (cd with no args goes to home)
pwd - Print working directory
echo [args] - Echo arguments
exit [code] - Exit shell with status code (default: $?)
quit [code] - Quit shell with status code (default: $?)
set VAR=val - Set environment variable
export VAR=val - Export environment variable
source file - Run the commands of file in this shell (also: . file)
help - Show this help
Features:
- Argument parsing with quotes and escapes ('...' is literal,
"..." expands variables, \ escapes the next character)
- Ctrl+D to exit, Ctrl+C to cancel the current line or command
- Command history (up/down arrows), stored in
$XDG_STATE_HOME/gosh/history (default ~/.local/state/gosh/history,
override with $GOSH_HISTFILE); lines starting with a space are not saved
- Tab completion for commands and file paths
- Tilde expansion (~, ~/path) at the start of unquoted words
- Wildcards: * ? [abc] [a-z] [!abc] match file names (not hidden files
unless the pattern starts with a dot); quoted wildcards and values of
variables are not expanded, a pattern without match is kept as is
- Colored prompt (user@host green, red for root; directory blue),
configurable with $GOSH_COLORS, e.g. GOSH_COLORS='user=1;33:path=36'
(keys user, root, path; values are ANSI SGR codes, empty = no color);
disabled with $NO_COLOR, TERM=dumb or when output is not a terminal
- Environment variable expansion ($VAR, ${VAR}, ${VAR:-default});
using an unset variable is an error, use ${VAR:-} for an empty default
- Command lists: a ; b (run both), a && b (b only if a succeeded),
a || b (b only if a failed); $? is the exit status of the last command
- Pipes (a | b) and redirections: < file, > file, >> file, 2> file,
2>> file, 2>&1, >&2, &> file (stdout and stderr), &>> file
- Non-interactive use: gosh -c 'command', gosh script, command | gosh;
the exit status is the one of the last command
- Startup files: login shells (-l or argv[0] starting with -) read
/etc/gosh/profile and ~/.gosh_profile, interactive shells read
/etc/gosh/goshrc and ~/.goshrc (skip with --noprofile, --norc)
Aufruf
gosh [-l] [-i] [--norc] [--noprofile] [script]
gosh [-l] [--noprofile] -c command
gosh -version
| Aufruf | Verhalten |
|---|---|
gosh |
interaktive Shell (wenn stdin ein Terminal ist) |
gosh -c 'befehl' |
führt den Befehl aus und beendet sich |
gosh skript.gosh |
führt das Skript Zeile für Zeile aus |
befehle | gosh |
liest die Befehle von stdin |
-i |
erzwingt den interaktiven Modus, auch ohne Terminal |
-l, --login |
Login-Shell, liest die Profil-Dateien (siehe unten) |
--norc |
goshrc-Dateien nicht lesen |
--noprofile |
profile-Dateien nicht lesen |
Ohne Terminal bricht gosh bei einem fehlgeschlagenen Befehl nicht ab und beendet sich mit dem Exit-Status des letzten Befehls: 127, wenn ein Befehl nicht gefunden wurde, 126, wenn er nicht ausführbar ist, 128+n, wenn er durch Signal n beendet wurde. Leere Zeilen und Zeilen, die mit # beginnen, werden übersprungen, Skripte können also mit #!/usr/bin/gosh beginnen.
Damit funktionieren auch ssh host befehl, scp und rsync, wenn gosh als Login-Shell gesetzt ist. Befehle lassen sich mit ;, && und || verketten und mit Pipes verbinden, z. B. ssh host 'cd /srv && git log | head'.
Startdateien
Beim Start liest gosh Startdateien und führt sie wie ein Skript in der laufenden Shell aus (Variablen, die dort gesetzt werden, bleiben also erhalten):
| Shell | Dateien (in dieser Reihenfolge) | abschalten mit |
|---|---|---|
| Login-Shell | /etc/gosh/profile, ~/.gosh_profile |
--noprofile |
| interaktive Shell | /etc/gosh/goshrc, ~/.goshrc |
--norc |
- Eine Login-Shell ist gosh mit
-loder wennargv[0]mit-beginnt (so startenlogin,sshdundsu -die Shell). Eine interaktive Login-Shell liest erst die Profil-, dann diegoshrc-Dateien. gosh -c '…'und Skripte lesen keine Startdateien, außer als Login-Shell (gosh -l -c '…').- Fehlende Dateien werden übersprungen. Fehler werden mit Datei und Zeile gemeldet (
gosh: ~/.goshrc:4: foo: command not found), die übrigen Zeilen laufen trotzdem. - Bash-Dateien wie
/etc/profileoder~/.bashrcliest gosh bewusst nicht, weil es deren Syntax (if, Funktionen, …) nicht versteht. - Mit
source datei(oder. datei) lässt sich eine Datei auch später einlesen, z. B. nach einer Änderung:source ~/.goshrc.
Beispiel für ~/.goshrc:
# Eigene Programme zuerst
export PATH=$HOME/bin:$HOME/go/bin:$PATH
export EDITOR=vim
# Prompt-Farben (Anführungszeichen wegen des ;)
export GOSH_COLORS='user=1;38;5;208:path=38;5;205'
# Weitere Einstellungen nur, wenn die Datei existiert
test -f ~/.goshrc.local && source ~/.goshrc.local
Beispiel für ~/.gosh_profile (wird nur von Login-Shells gelesen, z. B. beim Anmelden an der Konsole oder per ssh host ohne Befehl):
export LANG=de_DE.UTF-8
export PATH=$HOME/bin:$PATH
Befehlslisten und Exit-Status
Mehrere Befehle in einer Zeile werden wie in sh verknüpft:
| Liste | Bedeutung |
|---|---|
a ; b |
erst a, dann b |
a && b |
b nur, wenn a erfolgreich war (Exit-Status 0) |
a || b |
b nur, wenn a fehlgeschlagen ist |
&& und || werden von links nach rechts ausgewertet, a && b || c führt also c aus, wenn a oder b fehlschlägt. Variablen werden erst beim Ausführen des jeweiligen Befehls expandiert, cd /tmp && echo $PWD gibt also schon das neue Verzeichnis aus.
$? (bzw. ${?}) enthält den Exit-Status des letzten Befehls, exit ohne Argument beendet gosh mit diesem Status:
$ false; echo $?
1
$ gibtsnicht || echo "Status $?"
gosh: gibtsnicht: command not found
Status 127
Schlägt ein Programm fehl, gibt gosh selbst keine Meldung mehr aus (das Programm meldet den Fehler selbst), nur bei Fehlern von gosh, z. B. wenn ein Befehl nicht gefunden wird.
Wildcards
Wörter mit *, ? oder [...] werden durch die passenden Dateinamen ersetzt, sortiert:
| Muster | passt auf |
|---|---|
* |
beliebig viele Zeichen (auch keine) |
? |
genau ein Zeichen |
[abc] |
eines der Zeichen a, b, c |
[a-z] |
ein Zeichen aus dem Bereich |
[!abc] |
ein Zeichen außer a, b, c (auch [^abc]) |
$ ls *.go
main.go main_test.go
$ cat logs/2026-*/error.log
$ ls -d */ # nur Verzeichnisse
- Muster gelten pro Pfadteil,
*passt nie auf/:*/*.gofindet.go-Dateien eine Ebene tiefer. - Versteckte Dateien (mit
.am Anfang) werden nur gefunden, wenn das Muster selbst mit.beginnt:*findet.bashrcnicht,.*rcschon. - Passt keine Datei, bleibt das Wort unverändert stehen (wie in
sh),ls *.xyzmeldet dann alsolsden Fehler. - In Anführungszeichen oder mit
\davor sind die Zeichen normale Zeichen:echo "*",echo '*.go',echo \*. - Werte von Variablen werden nicht als Muster behandelt (anders als in
sh): Nachset P=*.gogibtecho $Pwörtlich*.goaus. So kann ein Variablenwert nie unbemerkt auf viele Dateien passen.echo $DIR/*.gofunktioniert dagegen, weil das*direkt in der Zeile steht. - Bei einer Umleitung muss das Muster genau eine Datei treffen (
> *.log), sonst meldet goshambiguous redirect.
Pipes und Umleitungen
$ ls | sort -r | head -3
$ make > build.log 2>&1
$ grep -c error < build.log
| Syntax | Bedeutung |
|---|---|
a | b |
stdout von a wird stdin von b |
< datei |
stdin aus datei lesen |
> datei |
stdout in datei schreiben (wird überschrieben) |
>> datei |
stdout an datei anhängen |
2> datei |
stderr in datei schreiben (2>> hängt an) |
2>&1 |
stderr dorthin, wohin stdout gerade geht |
>&2 |
stdout dorthin, wohin stderr gerade geht |
&> datei |
stdout und stderr in datei (&>> hängt an) |
> datei |
ohne Befehl: legt datei an bzw. leert sie |
- Umleitungen werden von links nach rechts ausgewertet:
befehl > log 2>&1schreibt beides inlog,befehl 2>&1 > logschickt stderr dorthin, wo stdout vorher hinging (z. B. in eine Pipe). - Unterstützt werden die Dateideskriptoren 0, 1 und 2. Vor
>und<zählt nur eine Zahl ohne Anführungszeichen als Deskriptor (2>f, aber nichtx2>foder"2">f). - Operatoren in Anführungszeichen oder mit
\davor sind normale Zeichen:echo "a|b" 'c>d' e\>f. - Der Exit-Status einer Pipeline ist der des letzten Befehls. Beendet sich ein Befehl am Ende (z. B.
head), bekommt der schreibende Befehl davorSIGPIPE,yes | head -1endet also sofort. - Die Built-ins
pwdundhelplassen sich umleiten und in Pipes verwenden (help | less).cd,set,export,exitundquitverändern die Shell selbst und sind in einer Pipeline nicht erlaubt. - Ein einzelnes
&(Hintergrundprozesse) gibt es noch nicht, es wird als normales Zeichen übergeben.
Farben
Der Prompt wird über die Umgebungsvariable GOSH_COLORS eingefärbt. Sie besteht aus durch : getrennten Einträgen schlüssel=code:
| Schlüssel | Teil des Prompts | Standard |
|---|---|---|
user |
user@host |
1;32 (fett grün) |
root |
user@host, wenn man root ist |
1;31 (fett rot) |
path |
aktuelles Verzeichnis | 1;34 (fett blau) |
Die Werte sind ANSI-SGR-Codes, mehrere werden mit ; kombiniert:
1fett,2blass,3kursiv,4unterstrichen30–37Vordergrund,90–97helle Vordergrundfarben,40–47Hintergrund38;5;Neine der 256 Farben,38;2;R;G;BTruecolor (sofern das Terminal es kann)
Nicht angegebene Schlüssel behalten ihre Standardfarbe, ein leerer Wert (path=) schaltet die Farbe für diesen Teil ab. Ungültige Werte werden ignoriert. Da nur Ziffern und ; erlaubt sind, lassen sich über die Variable keine beliebigen Escape-Sequenzen ins Terminal schreiben. NO_COLOR schaltet alle Farben ab.
Gesetzt wird die Variable z. B. in ~/.profile oder direkt in gosh (wirkt ab dem nächsten Prompt):
export GOSH_COLORS='user=1;33:path=1;36' # in ~/.profile
set 'GOSH_COLORS=user=1;33:path=1;36' # in gosh
Ein paar Kombinationen zum Ausprobieren:
# Solarized: gelb und cyan
GOSH_COLORS='user=33:path=36'
# Sonnenuntergang: orange und pink (256 Farben)
GOSH_COLORS='user=1;38;5;208:path=38;5;205'
# Matrix: hellgrün und blassgrün
GOSH_COLORS='user=1;92:path=2;32'
# Dracula: lila und pink (Truecolor)
GOSH_COLORS='user=1;38;2;189;147;249:path=38;2;255;121;198'
# Nord: frostblau und hellgrau (Truecolor)
GOSH_COLORS='user=1;38;2;136;192;208:path=38;2;216;222;233'
# Ozean: türkis und kursiv blau
GOSH_COLORS='user=1;96:path=3;94'
# Root-Warnung: weiß auf rotem Hintergrund
GOSH_COLORS='root=1;97;41'
# Dezent: nur das Verzeichnis unterstrichen
GOSH_COLORS='user=:path=4'
Sicherheitshinweise
- Die History liegt in
$XDG_STATE_HOME/gosh/history(Standard:~/.local/state/gosh/history) und ist nur für den eigenen Benutzer lesbar (Verzeichnis0700, Datei0600). MitGOSH_HISTFILElässt sich ein anderer Pfad setzen, mitGOSH_HISTFILE=wird die History abgeschaltet. - Zeilen, die mit einem Leerzeichen beginnen, werden nicht in der History gespeichert – praktisch für Befehle mit Passwörtern oder Tokens.
- Innerhalb von
'...'wird nichts expandiert,\$ergibt ein wörtliches$. - Eine nicht gesetzte Variable bricht den Befehl ab (wie
set -u), damit z. B.rm -rf $DIR/outnie mit leerem$DIRausgeführt wird. Für einen Standardwert${VAR:-default}bzw.${VAR:-}verwenden. - Variablenwerte werden nicht in mehrere Wörter aufgeteilt.
- Steuerzeichen in Verzeichnisnamen werden im Prompt escaped angezeigt (z. B.
\x1b), Dateien mit Steuerzeichen im Namen werden nicht vervollständigt. - Ctrl+C beendet nur den laufenden Befehl bzw. verwirft die aktuelle Zeile, nicht die Shell.
gosh is not meant for production use, it is just a proof of concept.
building
go build ./
Die Version lässt sich mit gosh -version (oder --version, -V) abfragen und steht auch in der Ausgabe von help:
$ gosh -version
gosh 0.2.1 (branch: main, commit: 03e791c)
Version und Branch werden beim Bauen mit GoReleaser per -ldflags gesetzt. Bei einem einfachen go build steht dort dev, der Commit wird dann aus den von Go eingebetteten Git-Informationen gelesen (mit -dirty, falls es uncommittete Änderungen gab).
Release
Binaries sowie .deb- und .rpm-Pakete werden mit GoReleaser gebaut (Konfiguration: .goreleaser.yaml).
# lokal testen, ohne etwas zu veröffentlichen (Ergebnis in dist/)
goreleaser release --snapshot --clean
# Release auf Gitea veröffentlichen
export GITEA_TOKEN=...
git tag -a v0.1.0 -m "v0.1.0"
git push origin v0.1.0
goreleaser release --clean
Das Paket installiert /usr/bin/gosh und trägt die Shell in /etc/shells ein, sodass sie mit chsh -s /usr/bin/gosh gesetzt werden kann.